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Flash: Die Zukunft ist hybrid

Der Siegeszug von Flash- oder Solid-State-Speichern ist nicht mehr aufzuhalten. In mobilen Geräten wie den Smartphones stecken sie schon längst drin.


Selbst wenn die Preise von Flash-Medien nur langsam fallen und noch immer über denen von Festplatten jeder Couleur liegen, spricht die Kalkulation Performance versus Kapazität für sich: In fast allen Branchen sowie im öffentlichen Dienst fallen immer mehr Daten an, die immer schneller und des Öfteren auch in Echtzeit bearbeitet werden müssen. Die Rechnung für Flash geht erst recht dort auf, wo es um Big Data und Analytics geht.
 
Die traditionellen Speicher-Hersteller haben reagiert, ihre Arrays für Flash erweitert oder gleich einen der renommierten Flash-Anbieter übernommen: Texas Memory ging 2012 an IBM, EMC kaufte im gleichen Jahr XtremIO (nachdem man schon zuvor kräftig in dieses Start-up investiert hatte) und NetApp zog Ende 2015 mit SolidFire nach.
 
Zunächst sah es sogar so aus, dass der Zug ausschliesslich in Richtung All-Flash-Arrays fahren sollte, zumal einige kompetente (und häufig billigere) Konkurrenten aus der Startup-Szene wie Kaminario, Pure Storage, Tegile, Tintri oder Violin Memory auftraten und den etablierten Anbietern durchaus Marktanteile abnehmen konnten.

Gartner Research zählt in seinem Report „Magic Quadrant for Solid-State Arrays“ vom 22. August 2016 zu den „Leaders“ Pure Storage, NetApp/SolidFire, EMC/ExtremIO (jetzt Dell), IBM/Texas Memory und HPE. Die drei Start-ups Kaminario, Tintri und Tegile bilden die Gruppe der „Visionaries“, während Fujitsu, Huawei, X-IO Technologies und Violin Memory von Gartner zu den „Niche Players“ gezählt werden. Einziger direkter Herausforderer (Challenger) der Spitzengruppe ist Hitachi Data Systems.
 
Doch All-Flash- oder Solid-State Arrays haben noch immer ihren Preis und gelten, mit Ausnahme von Pure Storage, zuweilen als nicht leicht administrierbar, vor allem wenn sie in einem Tiering-Verbund mit Festplatten und Tapes stehen. Gartner prognostiziert den All-Flash-Arrays bis zum Jahr 2020 einen Anteil von 50 Prozent in den Rechenzentren (heute sind es weniger als 1 Prozent) – jedoch nur auf den Gebieten High-Performance Computing (HPC) und Big Data.
 
Dies bedeutet, dass die Zukunft von Flash hybrid ist. Reine Festplatten-Arrays werden nicht aussterben (so wenig wie Tape „tot“ ist), und gemischte, hybride Systeme aus Disk und Arrays, wie sie zum Beispiel NetApp anbietet, werden wahrscheinlich die Szene in den Rechenzentren dominieren.

Von Hartmut Wiehr (*)
(*) Hartmut Wiehr lebt und arbeitet als IT-Journalist und Buchautor in München und Reggio Emilia (Italien).


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