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„digitaler Transformation“ und „Industrie 4.0“?

Die IT-Hersteller jagen gerne eine Sau nach der anderen durch den Blätterwald. Zur Zeit sind es vor allem „digitale Transformation“, Industrie 4.0“ und „Internet of Things“.


Von Hartmut Wiehr (*)

Die IT-Hersteller jagen gerne eine Sau nach der anderen durch den Blätterwald. Zur Zeit sind es vor allem „digitale Transformation“, Industrie 4.0“ und „Internet of Things (IoT)“. Oft scheint es so, dass Marketing pur und Sales-Kampagnen für die eh schon bekannten Produkte den Ton angeben und dass wenig Konkretes hinter all den schönen Worten zu finden ist.

Aber was steckt eigentlich genau hinter den Schlagworten? Industrie 4.0 suggeriert, dass die Geschichte der Industrialisierung in eine neue Phase eingetreten ist. Die erste Phase gegen Ende des 18. Jahrhunderts drehte sich um neue Formen der Mechanisierung mittels Wasserkraft und Dampfmaschine, die erste Produktionen in großem Massstab statt in kleinen Mengen und per Handarbeit erlaubten. Ihnen folgte die zweite Phase Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, die vom Fliessband und neuen seriellen Herstellungsmethoden gekennzeichnet war – bekanntestes Beispiel ist die Revolutionierung der Autoproduktion in den USA durch Ford. Wieder mit einigem zeitlichen Abstand kam dann die dritte Phase seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts, als immer mehr Roboter und dann Computer die Fabrikhallen eroberten.

Bis zur nächsten, der vierten Phase sind dann nur einige Jahrzehnte vergangen: Die „digitale Revolution“ soll nicht nur die Herstellung von Produkten noch IT-abhängiger machen durch immer mehr Virtualisierung und „software-defined“ Server und Storage-Geräte, sondern soll die herkömmlichen Wertschöpfungsketten und Verkaufsmethoden radikal verändern. So prognostizierte Eckhard Schwarzer, Vorstandsvorsitzender des deutschen Dienstleisters für Rechnungswesen und Warenwirtschaft DATEV, der mit Partnern wie LANOS auch in der Schweiz vertreten ist, vor kurzem: „Die digitale Transformation wird in vielen Unternehmensbereichen für schlankere Abläufe und schnellere Ergebnisse sorgen und dies vor allem bei kaufmännischen Aufgaben.“ Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Studie von Deloitte zur digitalen Zukunft der Schweiz mit dem Titel „Werkplatz 4.0“.

Daten sollen in den Unternehmen immer wichtiger werden, egal ob bei der Produktion, der Verbindung und Generierung von Informationen durch den Einsatz von immer mehr Sensoren (Internet of Things) oder bei der Kommunikation mit den Interessenten und Kunden. Schnelle Reaktionen – möglichst in „Echtzeit“ – sollen es Herstellern und Retailern ermöglichen, Kundenwünsche optimal zu erfüllen. Der Trend von „Big Data“ verweist auf das enorm anwachsende Datenvolumen und die IT-Methoden, dies zu speichern und und für die jeweiligen Geschäftszwecke auszuwerten.

Alles dies stellt neue Herausforderungen für Server, Virtualisierung, Anbindung an die Cloud sowie für Data Protection, Backup, Restore und Disaster Recovery dar. Wer auf der technischen Seite die Nase vorne hat, wird auch bei der Konkurrenz der Unternehmen erfolgreich sein. Egal, ob man das nun „digitale Transformation“, „Industrie 4.0“ nennt oder nicht. Allein die Fakten zählen.

(*) Hartmut Wiehr lebt und arbeitet als IT-Journalist und Buchautor in München und Reggio Emilia (Italien).


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